Alles über WLO in sieben Punkten

1. WLO – ein beispiellos erfolgreicher Schulterschluss der deutschen Open-Education- und Open-Source-Gemeinschaft: In nur einem Monat wurde aus vorhandenen Open Source Bausteinen ein professionelles Nothilfeangebot für Schulen zusammengesetzt und befüllt.
Sofort mit Pandemiebeginn unterstützten erfahrene Open Source Community-Akteure einige Bundesländer auf technischer Seite beim Weiterbetrieb überlasteter Lernumgebungen. Parallel beriet man in gemeinsamen Community-Arbeitsstrukturen (Bündnis Freie Bildung , JOINTLY ), wie nach Stabilisierung der Lernumgebungen geholfen werden könnte, gute und frei verfügbare Lernmaterialien auffindbar zu machen. Um die ins kalte Wasser der Digitalisierung „geworfenen“ Lehrenden mit Lernmaterial zu unterstützten, musste das „digitale Gold“ vom „digitalen Müll“ getrennt werden. Das übernahmen die inzwischen 20 WLO-Fachredakionen. Parallel dazu wurden in nur einem Monat vorhandene Open Source Bausteine verschiedener Community-Kooperationen und -Projekte in die bereits bestehende edu-sharing-Lösung integriert und eine skalierfähige Online-Lösung bereitgestellt. Im April ging WirLernenOnline.de an den Start. Es scheint weltweit einmalig, dass sich eine Community so schnell ergebnisorientiert handlungsfähig gezeigt hat. Mit der WLO-Förderung des BMBF als Finanzierungsbasis konnten Beteiligte 2020 bildlich und tatsächlich rund um die Uhr arbeiten, um das Nothilfeangebot auf- und auszubauen. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Startphase arbeiten Projekt und Community 2021 an weiterer Professionalisierung und Verstetigung bzw. nachhaltigem Transfer des Angebots.

2. WLO ist das leistungsfähigste Angebot seiner Art im deutschen Bildungsbereich
Bereits bis Ende April 2020 erschloss eine moderne, skalierfähige Suchfunktion über 30.000 Inhalte aus redaktionell ausgesuchten Quellen. Bis zum zweiten Lockdown im November waren es über 150.000, nun sind es schon über 170.000 Inhalte. Zum Jahreswechsel gab es bereits 14 Unterrichtsportale mit 2.300 kuratierten Lehrplansammlungen, die mehr als 10.000 redaktionell ausgesuchte Lerninhalte enthielten. Allein die Fachredaktion Chemie kuratierte bis zum heutigen Tag 2.336 Materialien. Daran wird deutlich, wie überaus engagiert die Mitarbeitenden im WirLernenOnline-Community-Team sind. Jeder kann mithelfen, zu sichten und einzusortieren. Die nötige Professionalisierung stellt ein Onboarding sicher, das jedes neue Team-Mitglied durchläuft.

3. Freie Bildung zum Mitmachen stärkt die Gesellschaft beim Thema „gute digitale Bildung“
WLO bietet offene Daten: Nach Prioritäten von Lehrenden gesammelte, einsortierte Inhalte und Qualitätseigenschaften sind öffentlich zugänglich und frei nutzbar. WLO ist zum Mitmachen: Jeder kann sich einbringen und niedrigschwellig Inhalte beitragen. Fachlich qualifizierte Personen können sich in den Redaktionen beteiligen. Damit Lehrende und Lernende noch einfacher ihre Lieblingsseiten mit zwei Klicks bei den WLO-Redaktionen „melden“ können, werden aktuell ein vorhandenes Browserplugin und eine App angepasst. WLO bietet Professionalisierung für die Bildungsgesellschaft: Redaktionsmitglieder und Community erhalten Onboarding, Ausbildung für Qualitätssicherung und das Schaffen digitaler Angebote.

4. WLO ergänzt mit schneller Innovation staatliche Kulturhoheit. Zunehmende Nutzergenerierung von Inhalten braucht neue Strukturen in der Gesellschaft.
Erschlossen wird das was Lehrende brauchen und was sie produzieren, auch außerhalb hoheitlicher Lernplattformen. Die modernsten Tools und Content-Formate sind zuerst im freien Web. In den Ländern ist edu-sharing oft der HUB mit Such- u.a. -funktionen für Content. Z.B. in Rheinland Pfalz werden nutzergenerierte Inhalte landesinterner Lernumgebungen und externe Inhalte zusammengeführt. WLO brachte – konform zum Wesen von Nothilfeprojekten – in der ersten Lockdown-Phase schon wegweisende Innovationen und eine Suche mit 30.000 Inhalten online, während sich im April die Länder zur Vorgehensweise noch abstimmten. WLO-Fachredaktionen helfen seit August einen kritischen Punkt – einen sogenannten „Deadlock“ – für den Einsatz von Methoden der „Künstlichen Intelligenz“ (KI) aufzulösen. Denn bisher gab es einfach nicht genügend gut verschlagwortete Inhalte, um der KI eine ausreichende Lernbasis zu geben. Die Genauigkeit bei der Zuordnung zu Lehrplanthemen war bisher zu gering, um gute Auffindbarkeit von Materialien zu gewährleisten. Die Fachredaktionen definieren eine Basis für die Maschinelles Lernen. Im Dezember 2020 konnte die WLO-KI bereits bessere Ergebnisse bei der Metadatengenerierung erreichen als klassische Zuordnungsmethoden. Maschinelle Methoden sind auch in der Redaktionsumgebung von WLO im Einsatz.

5. WLO als zentraler weböffentlicher Anlaufpunkt, der zum Mitmachen anregt und damit die Schneeball-Professionalisierung der Bildungsgesellschaft voran treibt.
WLO steht für Community, Gemeinschaftsgefühl, Spaß, Gamification und Freude an gemeinsamer Leistungsfähigkeit. WLO bietet ein frei zugängliches Portal mit Mitmach-Funktionen. Fachlich qualifizierte Personen können sich für Redaktionen bewerben. Community-Gruppen können helfen, aus dem Internet die besten Inhalte für die aktuell über 2.000 Lehrplan-Sammlungen zu suchen, zu sichten und mit Qualitätssiegeln zu kuratieren. Weiterbildungsangebote von WLO informieren über Qualitätskritierien und wie man Inhalte und Softwareangebote prüft. Technische Tutorials informieren Anbieter von Contents, wie man Inhalte gut erschließbar anbietet. In Software-Tutorials erfahren freiwillige IT-Fachleute, wie man Crawler für die Erschließung von Inhalten programmiert. Statistische Funktionen zeigen den Stand des Gemeinschaftsprojekts. In einer wöchentlichen öffentlichen Konferenz präsentierten die 6 WLO-Teambereiche ihre Ergebnisse. Ein Gamification-Konzept aus 2020 wird sukzessive in Projektarbeits- und Softwarestrukturen eingewoben.

6. WLO ergänzt das Open Source-Produkt edu-sharing und baut kein teures weiteres Individualprodukt. Das spart Folgekosten.
Technische Weiterentwicklungen werden bei WLO sofort frei verfügbar und gehen in ein Standardsoftwareprodukt ein. WLO ist kein Individualprodukt sondern entwickelt edu-sharing als Produkt weiter. Neue Lösungsbausteine gehen in das vorhandene Produkt ein, das bei vielen Anwendern bereits im Einsatz ist. Die Entwicklungskosten sind nachhaltig und folgenkostenarm investiert. Denn: Open-Source allein reicht nicht, um Steuerzahlende vor Folgekosten zu schützen. Das Zusammenbinden und Qualitätssichern eines Produktes macht einen nicht unwesentlichen Teil der Kosten aus, die sich jährlich allein aufgrund von Sicherheits- u.a. nötigen Updates wiederholen. Entwickelt eine Organisation ein Individualprodukt, werden diese Kosten nicht verteilt. Künftig auf dem Markt entstehende innovative Softwarefunktionen muss dieser eine Betreiber selbst eingepflegen und finanzieren. Daher veralten Individualprodukte schneller als öffentlich verfügbare Produkte wie edu-sharing.

7. Ergebnis-Transfer in Länder und Schulen via Plugins und edu-sharing.
WirLernenOnline bietet Plugins für häufig genutzte Lernumgebungen und Softwaresysteme in Schulen, wie z.B. Moodle, WordPress, Mediawiki, usw. an. Damit gelangen die WLO-Inhalte verlässlich direkt an die digitalen Lernorte in den Schulen, nicht nur der Länder. Alle WLO-Entwicklungsergebnisse fließen zudem automatisch in die jeweils nächste Open Source Version der edu-sharing Software ein, auf der WLO basiert. Die Innovationen und Fortentwicklungen kommen also automatisch mit dem nächsten Update zu den edu-sharing- und den HPI-Anwendern.

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